Was ist Ökostrom?

Ökostrom,Grünstrom und Naturstrom

Mit dem Begriff Ökostrom wird üblicherweise elektrische Energie bezeichnet, die aus umweltfreundlichen erneuerbaren Energiequellen stammt und Bestandteil einer nachhaltigen Energieversorgung ist. Dies geschieht in Abgrenzung zu konventionell erzeugtem Strom aus Kernenergie und fossilen Energieträgern, wie hauptsächlich Kohle, Erdöl und Erdgas. Gleichbedeutende Begriffe sind Grünstrom und Naturstrom.

 

 

Der Bundesverband Erneuerbare Energie lässt die Bezeichnung „Ökostrom“ aufgrund der losen Sprachregelung für alles zu, das wenigstens zur Hälfte aus erneuerbaren Energien wie Windenergie, Bioenergie, Solarenergie, Hydroenergie und Geothermie stammt. Die andere Hälfte muss in diesem Fall aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kommen. Es wird argumentiert, dass diese als Übergangslösung zu fördern seien, um den Ausstieg aus fossiler und atomarer Stromerzeugung zu beschleunigen.

 

Zertifizierung

Zertifikate (auch Gütesiegel oder Label genannt) sollen die ökologische Produktion eines Stromangebotes bestätigen und gehen oft über die Mindestanforderungen von Ökostrom hinaus. Je nachdem, ob die Erzeugung oder der Verbrauch des Stroms zertifiziert werden soll, werden zwei Arten von Zertifizierungen unterschieden:


1.die Erzeugungszertifizierung und
2.die Ökostromproduktzertifizierung

 

Erzeugungszertifizierung

Die Erzeugungszertifizierung bezieht sich immer auf Erzeugungsquellen und garantiert dem Abnehmer die Herkunft der Energie aus erneuerbaren Energien. Diese Art der Zertifizierung wird in der Regel auf der Handelsebene verwendet; Abnehmer sind meist Anbieter von Ökostromprodukten.

Die wichtigsten Erzeugungszertifizierungen sind TÜV SÜD Erzeugung EE und naturmade star. Verbreiteter ist das Renewable Energy Certificate System (RECS), welches die Erzeugung von Ökostrom ohne weitergehende Anforderungen nachweist. RECS-Zertifikate werden europaweit rege gehandelt.

Ökostromproduktzertifizierung

In einem liberalen Energiemarkt kann jeder Verbraucher frei entscheiden, von welchem Anbieter er seinen Strom bezieht. Entscheidet er sich für Ökostrom, so kann er ein entsprechendes Angebot von Ökostromanbietern oder entsprechende Stromtarife nutzen. Hierbei verpflichtet sich der Anbieter, genauso viel Ökostrom in das Stromnetz einzuspeisen, wie seine Kunden entnehmen. Weil alle Verbraucher Strom aus demselben Verbundnetz beziehen und Strom physikalisch immer gleich ist, hat der Bezug von Ökostrom keine direkte Auswirkung auf den beim einzelnen Kunden gelieferten Strom. Stattdessen werden die Zahlungsströme am Energiemarkt und womöglich der Strommix des Landes verändert. Auch wird die energiepolitische Signalwirkung für wichtig gehalten, sie könnte Einfluss auf politische Entscheidungen für bedeutende Fördermaßnahmen wie das EEG haben.

Um ein Stromprodukt als „Ökostrom“ verkaufen zu dürfen, hat der Stromanbieter mehrere Möglichkeiten (welche auch kombiniert werden können):


1.Ökostrom produzieren
2.per Liefervertrag einkaufen
3.handelbare Erzeugungszertifikate erwerben.

 

Vor allem in den letzten beiden Fällen wird Ökostrom dem Verbraucher erst mal nur auf dem Papier zugeordnet und dadurch den allgemeinen Stromkunden auf dem Papier entzogen. Solange mehr Kapazität aus sowieso schon existierenden Anlagen vorhanden ist, als nachgefragt wird, kommt es durch direkte oder indirekte Lieferverträge allein zu keiner ökologischen Verbesserung. Ein zusätzlicher Umweltnutzen wird erst durch Siegel, die u. a. zusätzliche Ausbauwirkungen einfordern, sichergestellt.

 

Quelle: Wikipedia, http://www.wikipedia.de